Kein halbherziger Kompromiss für die Kesselsdorfer Straße
Mittwoch, 20. Mai 2009 um 15:33 Uhr
Zum Workshop Zentralhaltestelle Kesselsdorfer Straße erklärt der verkehrspolitische Sprecher der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Stadtrat, Stephan Kühn:
„Die verschiedenen Interessensgruppen an einen Tisch zu holen, war eine gute und überfällige Entscheidung von Bau-Bürgermeister Jörn Marx (CDU). Die Diskussion wurde zu jeder Zeit sachlich und im gegenseitigen Respekt geführt. Allerdings fand die Veranstaltung unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Wie will man der Bürgerschaft die Vorzüge der neuen Zentralhaltestelle und der Umgestaltung des Verkehrsraums vermitteln, wenn man sie nicht informiert und einbezieht. Auch das Kulturrathaus als Veranstaltungsort war eine eher unglückliche Entscheidung, bessere wäre es gewesen, sich vor Ort, an der Kesselsdorfer Straße zu treffen.
Im Ergebnis des Workshops musste von allen Beteiligten - auch von CDU und FDP - anerkannt werden, dass eine Variante mit Autoverkehr in beiden Richtungen durch die Zentralhaltestelle nicht möglich ist. Hierfür wäre Gebäudeabriss notwendig. Nur zwei Varianten sind grundsätzlich realisierbar: Variante 1 (kein Autoverkehr durch die Haltestelle) und Variante 9 (stadteinwärts Autoverkehr durch die Haltestelle). Wir sprechen uns weiterhin klar für die Variante 1 aus. Die Variante 9 wäre ein halbherziger Kompromiss.”
Verkehrskonzept, Flächennutzungsplan, Integriertes Stadtentwicklungskonzept, das Konzept für das Sanierungskonzept und der B-Plan für die Löbtaupassage sehen einen Fußgängerbereich, eine verkehrsberuhigte Zentralhaltestelle und Alleebaumpflanzungen vor. Ca. 150 Millionen Euro wurden in die Umfahrungstrasse B 173/Bramschtunnel (92 Mio. Euro) und Nossener Brücke (55 Mio. Euro) investiert. 15 Jahre wurde diskutiert, jetzt muss gebaut werden, sonst droht dem Ortsteilzentrum Kesselsdorfer Straße der schleichende Tod, denn die Konkurrenz in der Innenstadt (Centrums Galerie, Erweiterung Altmarkt Galerie usw.) und auf der grünen Wiese (Erweiterung Elbepark) schläft nicht. Die Zentralhaltesstelle ist eine große Chance für die Gewerbetreibenden: das Erscheinungsbild der „Kellei“ wird deutlich verbessert und damit zur Aufwertung und Stärkung der Geschäftsstraße beigetragen.
Stephan Kühn abschließend: “Der heutige Zustand kann nicht länger geduldet werden. Die heute täglich 23.000 ÖPNV-Kunden (in der Prognose der DVB AG 25.000, durch Straßenbahn nach Pennrich) haben ein Recht auf eine sichere und barrierefreie Zentralhaltestelle. Untragbar ist auch der heutige Zustand im Nachtverkehr. Ohne die neue Zentralhaltestelle können weiterhin nachts keine Anschlüsse gehalten werden.
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