Über die ganze Stadt verteilt lassen derzeit Kettensägen Dresden und Dresdner erzittern. Ob in Pieschen an der künftigen Hochwasserschutzmauer, auf der Brache an der Bautzner Straße 39, am Königsufer oder jetzt im Ostragehege und am Kaufhaus Günther – kurz bevor der offizielle Beginn der Vegetationsperiode den Bäumen wenigstens den Hauch einer Überlebenschance einräumen könnte, wird gefällt, was nicht ausdrücklich geschützt ist.
„Der Beginn der Vegetationsperiode scheint ein Auftragshoch für Fällfirmen zu bedeuten. Es müssen noch nicht mal genehmigungsreife Pläne oder fertige Planungen wie am Königsufer vorliegen, um Bäume den Sägen zu opfern“ empört sich die umweltpolitische Sprecherin der grünen Stadtratsfraktion Elke Zimmermann. „Warum wird nicht einmal der Versuch unternommen wird, bestehendes Grün in künftige Entwicklungen zu integrieren. Ist dies zu schwer?“
In den meisten Fällen sind noch nicht einmal die Ersatzpflanzungen geklärt. „Und dass, obwohl die Gehölzschutzsatzung in Dresden noch immer gilt.“ Die grüne Fraktion ist fassungslos über die enormen Verluste an städtischem Grün und die Gleichgültigkeit der Verwaltung. „Wir haben deshalb einen Antrag eingebracht, der dafür sorgen soll, dass die Öffentlichkeit weit im Vorfeld über bestehende Fällorgien informiert wird und die Pläne diskutieren kann. Anträge unserer Fraktion zur Priorität des Erhalts von Altbäumen bei Baumaßnahmen waren ja wiederholt an einer Stadtratsmehrheit von CDU, FDP und SPD gescheitert.“, so Zimmermann abschließend
Offensichtlich haben nicht nur diese Fraktionen soviel Angst vor Grün, dass vor dem Frühling alle Bäume verschwinden müssen.