Grüne kritisieren sachfremde Argumente bei der Diskussion um die Zukunft des Technischen Rathauses
Unmittelbar bevor der Ausschuss für Stadtentwicklung und der Finanzausschuss am Montag die Weichen für einen neuen Interimsstandort für das Technische Rathaus stellen werden, ist Streit um die Zukunft des Verwaltungsstandortes ausgebrochen. Während die CDU nach Ansicht der GRÜNEN auch aus sachfremden Erwägungen allein den Wiener Platz favorisiert, versteift sich die FDP auf einen neuen Standort im ehemaligen Robotron-Gelände im Lingner Areal.
Für Thomas Löser, Sprecher für Stadtentwicklung der GRÜNEN Fraktion, ist diese Debatte: „offenkundig von Investoreninteressen und Gesichtsverlustängsten getragen. Fast scheint es, als wolle die CDU am Wiener Platz den Teufel mit dem Beelzebub austreiben. Diese Lösung würde die Verschwendung stadtentwicklerischer Potentiale bedeuten.“
Er fordert die Verwaltung auf, „bei der Standortwahl in erster Linie die Bürgerinnen und Bürger im Auge zu behalten. Die Dresdner wollen städtische Behörden und Ämter möglichst in räumlicher Nähe zueinander und nicht als Puzzlespiel über die Stadt verteilt.“ Für Löser wäre ein Neubau am Ferdinandplatz ein idealer Standort für ein echtes Bürgerrathaus. „Auch aus städtebaulicher Perspektive hätte eine solche Lösung Charme.“
Jetzt gehe es aber darum, so Löser, „ein kluge Zwischenlösung zu finden, die alle Optionen offen hält.“ „Auf Zeit zu spielen ist nicht sachdienlich.” Die GRÜNEN haben deshalb als Interimslösung für das Technische Rathaus eine „Präferenz“ für den Standort Lingner Areal. „Dort sind bereits einige Ämter untergebracht. Den Menschen ist es nicht zuzumuten, von Pontius bis Pilatus zu rennen, bevor sie ihre Verwaltungsangelegenheiten geklärt haben. Eine bürgerfreundliche Verwaltung fängt beim Standort an.
Außerdem bietet dieser Standort auch für die Verwaltung logistische Vorteile.“ Löser warnt abschließend davor, „die Diskussion um eine Zwischenlösung auf dem Rücken der Mitarbeiter auszutragen. Die Hamburger Straße muss so schnell wie möglich geräumt werden.“