Standards bei der Unterbringung von Asylsuchenden werden erhöht – jetzt gilt wieder Qualität vor Quantität!

12. Mai 2017
Tina Siebeneicher

02_Siebeneicher_8030Damit Integration gelingen kann, müssen auch die Voraussetzungen dafür geschaffen werden!

Interfraktionelle Pressemitteilung der Fraktionen DIE LINKE/ BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN/ SPD im Dresdner Stadtrat.

Auf Grund der sinkenden Zuweisungszahlen von Asylsuchenden nach Dresden werden nicht mehr alle Unterbringungsplätze benötigt, die 2015 und 2016 mit einer Notfallplanung geschaffen wurden. Diese Situation soll dafür genutzt werden, die qualitativen Standards bei der Unterbringung von Asylsuchenden wieder einzuführen und zu erhöhen.

Der Stadtrat hat dazu in seiner Sitzung vom 11. Mai 2017 einen Antrag der Fraktionen von DIE LINKE, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und SPD mit den Stimmen dieser Fraktionen verabschiedet.

Kerstin Wagner, Fraktion DIE LINKE: „Wir wollen gewährleisten, dass dieser Prozess genutzt wird, um die Unterbringungssituation von Asylsuchenden zu verbessern. Aber bei der Auflösung von Mietverträgen oder der Schließung von Wohnheimen soll auch vorher geprüft werden, ob sie auch für Wohnungslose Menschen genutzt werden können. Künftig soll wieder die Obergrenze von 65 Plätzen für Sammelunterkünfte gelten, die Bewohnerinnen und Bewohner dort sollen sich nach Möglichkeit selbst versorgen können. Die Zubereitung des eigenen Essens ist ein wichtiger Teil der Selbstbestimmung. Unser Ziel ist es, weiterhin mindestens 2/3 der Asylsuchenden dezentral in Wohnungen unterzubringen.“

Tina Siebeneicher, Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: „Es ist uns wichtig, beim Abbau der derzeitigen Platzkapazitäten auf eine bessere Verteilung im Stadtgebiet zu achten. Derzeit ist ein großer Teil der Asylsuchenden vor allem in Prohlis und Cotta, ebenfalls viele in Plauen, Neustadt und Altstadt untergebracht.Mit Blick auf eine gelingende Integration müssen gerade bei der Unterbringung und in deren Umfeld einige Voraussetzungen geschaffen werden, die diesen Prozess erleichtern. So ist es für die zahlreichen Ehrenamtsnetzwerke unerlässlich, dass in den Übergangswohnheimen Räume zur Verfügung stehen, um Deutschkurse, tagesgestaltende Aktivitäten oder einfach organisatorische Treffen abhalten zu können.“

Vincent Drews, SPD-Fraktion: „Auch wenn weniger Geflüchtete nach Dresden kommen, sind darunter besonders Schutzbedürftige wie alleinreisende Frauen, Schwangere, homosexuelle Geflüchtete oder Geflüchtete, die in der regulären Unterbringung Gewalterfahrungen machen mussten. Wir fordern, dass die Verwaltung gesonderte Schutzräume in der Unterbringung schafft und dem Sozialausschuss ein gesondertes Unterbringungskonzept dafür vorlegt.
Alle diese Maßnahmen sollen gewährleisten, dass asylsuchende Menschen hier in Dresden nicht nur ein Dach über dem Kopf bekommen, sondern menschenwürdig untergebracht werden. Mit diesem Beschluss sollen gute Voraussetzungen für die Integration in die Dresdner Stadtgesellschaft geschaffen werden. Das ist aus unserer Sicht eine der ganz wichtigen Aufgaben für die nächsten Jahre.“

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