In der 2. Sitzung des Ortsbeirates Plauen am 2. November waren es die SPD-Vertreter, deren unrühmliches Abstimmungsverhalten einen wichtigen interfraktionellen Antrag von GRÜNEN, Bürgerfraktion und LINKEN verhinderte. Es ging um den Lärmschutz entlang der A17. In dem interfraktionellen Antrag fordern die Fraktionen die Oberbürgermeisterin auf, sich bei den zuständigen Landes- und Bundesbehörden für neue Lärmmessungen an der A 17 einzusetzen, speziell soll der Antrag den seit Jahren anhaltenden Kampf der Bürgerinnen und Bürger des Lockwitzgrundes gegen deren unerträglichen Lärmbeeinträchtigungen unterstützen.
Wesentlicher Bestandteil des Antrages ist die Aufforderung an die Stadt Dresden, bei Ablehnung einer Lärmmessung durch die Bundesbehörden auf Kosten der Stadt Dresden Messungen in Auftrag zu geben. Da alle bisherigen Gutachten keine Messungen, sondern nur theoretische Berechnungen zur Grundlage haben, wollen die betroffenen Bürger endlich genaue Daten über die von ihnen zu ertragenen Lärmbelästigungen haben. Der GRÜNE Ortsbeirat Michael Schmelich wies in der Vorstellung des Antrages darauf hin, dass die Bundesbehörden bereits signalisiert haben, dass sie kein neues Lärmschutzgutachten in Auftrag geben würden. Auch stellte er heraus, dass zwischen den theoretischen Berechnungen und den tatsächlichen Lärmemissionen "Welten liegen". "Die Gutachten gehen davon aus", so Schmelich, "dass Pkws maximal 130 km/h und Lkws maximal 80 km/h fahren. Tatsächlich brettern die Fahrzeuge aber in Ermangelung von Geschwindigkeitsbegrenzungen mit mindestens 15 km/h mehr über die A17. Das bedeutet für die Anwohner: schlaflose Nächte!"
Trotzdem entschied der Ortsbeirat mit einer Mehrheit aus CDU, FDP und SPD, dass die Stadt für Lärmmessungen kein Geld ausgeben dürfe. Die GRÜNEN kritisierten die SPD Vertreter im Ortsbeirat scharf: "Die ehemalige CDU/SPD Landesregierung hat die Interessen der Bürger des Lockwitzgrundes mit Füßen getreten, jetzt kommt auch noch ein Dolchstoß von den SPD-Ortsbeiräten." Trotz des Votums des Ortsbeirates hoffen die GRÜNEN, dass der interfraktionelle Antrag im Stadtrat eine Mehrheit findet.
Außerdem beschäftigte sich der Ortsbeirat mit der Straßensanierung der Potschappler Straße zwischen Karlsruher Straße und Stadtgrenze. Die von der Verwaltung vorgesehenen "umfangreichen Baumfällungen" wollten die GRÜNEN Ortsbeiräte so nicht stehen lassen. Auf Antrag von Xaver Seitz beschloss der OBR, die Baumfällungen in so weit einzuschränken, als sie für die Sanierung der Stützmauern notwendig sind. In den Plänen der Verwaltung war von mehr als 50 Bäumen die Rede, die der Sanierungsmaßnahme zum Opfer fallen sollten. Typisch für die Haltung von Verwaltung und konservativen Ortsbeiräten, dass in diesem Zusammenhang immer von "Wildwuchs" die rede ist.