Ortsbeirat für Kesselsdorfer Boulevard

06. November 2009
Geschäftsstelle

Diskutiert wird nunmehr noch über zwei Varianten. Die eine (vom alten und jetzt auch vom neuen Ortsbeirat befürwortete) Lösung sieht vor, dass der Abschnitt zwischen Gröbelstraße und Tharandter Straße Bussen, Bahnen, Fußgängern und Radfahrern vorbehalten bleibt und die Autofahrer stattdessen über die Wernerstraße umgeleitet werden. Die Alternative wäre, Autos zumindest in stadtwärtiger Richtung auf der Kesselsdorfer Straße durchfahren zu lassen. FDP-Stadtrat Eberhard Rink favorisiert eine solche Lösung – im Sinne der Gewerbetreibenden, die das Ausbleiben von Kunden fürchten. Die Christdemokraten sehen das ähnlich und verweisen auf die sich verschärfende Situation in den angrenzenden Wohngebieten. „Eigentlich sollte man mal eine Demo auf der Kesselsdorfer ansetzen, damit man sieht, wie der Verkehr über die Nebenstraßen abfließt“, schlug Ortsbeirat Torsten Nitzsche mit ironischem Unterton vor.
Nach Angaben von Verkehrsplaner Axel Wittstock erhöht sich die Verkehrsbelastung auf der Wernerstraße auf täglich rund 12000 Fahrzeuge, wenn der Boulevard gebaut wird. Deshalb müssten sichere Querungen für Fußgänger geschaffen werden, schlägt Stephan Kühn vor. Möglich sei, an der Kreuzung Kesselsdorfer/Wernerstraße eine Ampelanlage bauen zu lassen. Auch weitere Tempo-30-Zonen im Nebenstraßennetz wären denkbar. Derlei Änderungen ließen sich noch in den Antrag einarbeiten.

Wann der Dresdner Stadtrat endgültig über die beiden Varianten befindet, ist noch offen. Vorher befassen sich noch mindestens zwei Ausschüsse mit dem Dauerbrenner-Thema. Nach bisherigen Schätzungen der Stadtplaner kostet der Bau des Boulevards etwa sechs Millionen Euro. Die Variante mit stadtwärtiger Autospur wäre in etwa genauso teuer.