„Koalition der Vernunft“ beendet Hickhack um Verzicht auf „Phantomsteuer“
Mit denkbar knapper Mehrheit stimmte am heutigen frühen Abend der Finanzausschuss einem gemeinsamen Antrag von Bürgerbündnis/Freie Bürger und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN zu, mit dem der Weg für die bundesweite Karstadt-Sanierung frei gemacht wird. Entgegen der Empfehlung der Verwaltung und dem erbitterten Widerstand von CDU und FDP stimmte die Ausschussmehrheit dafür, auf eine Erhebung von Steuern auf solche Buchgewinne zu verzichten, die durch die Realisierung des Karstadt-Insolvenzplans entstehen würden. „Man kann doch nicht ernsthaft den Forderungsverzicht von Arbeitnehmern, Vermietern und Lieferanten besteuern“, so Frak-ionssprecher Jens Hoffsommer.
„Die Koalition der Vernunft hat sich gegen die bürokratischen Hartliner durchgesetzt.“ Damit hat Dresden als eine der letzten von 94 Städten die Voraussetzungen geschaffen, dass eine Zerschlagung des Gesamtkonzerns noch verhindert werden kann und damit über 20.000 Arbeitsplätze bundesweit gerettet werden können. „Das ist ein gutes Signal für Dresden, aber auch für alle anderen Karstadt-Standorte in der Bundesrepublik“, so Hoffsommer.
Über das Agieren des Finanz- und des Wirtschaftbürgermeisters in dieser Sache sind die GRÜNEN erzürnt. „Es ist eine Anmaßung sondergleichen, wenn zwei Dresdner Bürgermeister der Zerschlagung des Karstadt-Konzerns das Wort redeten. Solches Agieren schadet den Interessen Dresdens. I
n dem Beschluss gibt der Finanzausschuss seiner Hoffnung Ausdruck, dass der Standort Dresden vollumfänglich erhalten bleibt. Hoffsommer abschließend: „Auch dafür haben wir heute die Ampeln auf grün gestellt.“






Die GRÜNEN im Dresdner Stadtrat sind sauer. Der Grund: Die von Finanzbürger-meister Vorjohann betriebene Intransparenz über die tatsächliche Haushaltsmittelsi-tuation. Im Blickpunkt dabei: Die Haushaltsrücklagen. „Vorjohanns Kassentransparenz ist ein einziges Versteckspiel,“ so die finanzpolitische Sprecherin der Fraktion Eva Jähnigen. „Einerseits soll der Stadtrat eine qualifizierte Entscheidung zu den Investitionen der Stadt treffen, andererseits umhüllt Vorjohann die städtischen Finanzen mit Nebelschwaden.“