Kultur

Statt Personalkonzept Kündigungen bei der KKG

loeserThomas Löser: „Die Mitarbeiter wurden verschaukelt“

Auf scharfe Kritik bei der GRÜNEN-Stadtratsfraktion stößt der Umgang mit den Mitarbeitern des Kulturpalastes. Obwohl der Stadtrat im Zusammenhang mit der Entscheidung zur Auflösung der KKG GmbH die Verwaltung zur Vorlage eines belastbaren Personalkonzeptes für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verpflichtet hatte, das einen bevorzugten Zugang zu freien Stellen in städtischen Einrichtungen ermöglichen sollte.
Bisher haben aber – das geht aus der Antwort auf eine Anfrage der Stadträtin Christiane Filius-Jehne hervor - lediglich sechs KKG-Mitarbeiter eine feste Anstellung bei der Stadt bzw. der Messe gefunden. Ein Personalkonzept der Philharmonie, in dem ebenfalls Stellen für die Zeit des Umbaus und dem Zeitpunkt nach der Wiedereröffnung des Kulturpalastes vorgesehen sind, liegt trotz mehrmaliger Ankündigung immer noch nicht vor.

Stadtrat Thomas Löser, der auch Aufsichtsratsmitglied der KKG ist, reagiert auf die ihm jetzt zugegangen Antwort zornig: „Aus meiner Sicht wurden die Stadträte vor allem aber die Mitarbeiter des Kulturpalastes verschaukelt. Seit dem Stadtratsbeschluss im März 2011 wurden sie praktisch im Regen stehen gelassen. Das bis zum 31. März 2011 vorzulegende belastbare Personalkonzept wurde nie erarbeitet, stattdessen mit kryptischen Beschlusskontrollen den Stadträten Sand in die Augen gestreut. Statt Perspektiven aufzuzeigen flatterten den Mitarbeitern jetzt Kündigungen ins Haus.“
Besonders erzürnt sind die GRÜNEN darüber, dass die Mitarbeiter einer stadteigenen GmbH bei den Bewerbungen auf Stellen des Rathauses und städtischer Einrichtungen wie „Fremde“ behandelt werden. Sie gelten als „externe Bewerber“. „Damit sind ihnen, so Löser, „alle intern ausgeschrieben Stellen nicht zugänglich. Soziale Verantwortung und ehrlicher Umgang mit Mitarbeitern sieht anders aus.“

Die GRÜNEN hatten Kulturbürgermeister Lunau durch einen einstimmigen Beschluss des Aufsichtsrates der KKG dazu verpflichtet, dem Gremium das Ergebnis einer Prüfung vorzulegen, welche in der Stadtverwaltung frei werdenden Stellen für die KKG-Mitarbeiter geeignet sind. Eine Erledigung dieses Auftrages steht noch aus.

Filius-Jehne: „Verwaltung hat uns getäuscht!“

06 Christiane Filius-Jahne 014Kulti-Vorverkaufsstelle kann erst im März 2013 umziehen und Philharmonie steht ohne Probenräume da

Die Mitteilung der Verwaltung an Philharmonie, Musikfestspiele und Stiftung Frauenkirche, dass die gegenwärtig im Kulturpalast beheimatete Vorverkaufsstelle erst im März 2013 in die Weiße Gasse umziehen kann, hat bei der GRÜNEN Fraktion Verärgerung hervorgerufen. Gleichzeitig ist bekannt geworden, dass auch die Probensituation für die Philharmonie nach Schließung des am 31. Juli noch ungeklärt ist.
Die Fraktionsvorsitzende und kulturpolitische Sprecherin der GRÜNEN Christiane Filius-Jehne kann über diese Mitteilung nur den Kopf schütteln. „Wir fühlen uns von der Verwaltung getäuscht.“ Die hatte im Zusammenhang mit einem Antrag der Linksfraktion, die Bespielung des Kulturpalastes bis zum 31. Dezember 2012 zu verlängern, behauptet, dass eine solche Verlängerung den Planungen des Kulturamtes für die Probensituation der Philharmonie und dem Umzug der Vorverkaufsstelle widersprechen würde. „Wenige Monate stellt sich heraus, dass beide Behauptungen falsch waren,“ so Filius-Jehne. Die Verträge mit dem Metropolis für die Philharmonie wurden erst nach dem Stadtratsbeschluss vereinbart, der Zeitplan für den Umbau der Probenräume war unklar und für den Umzug der Vorverkaufsstelle hat sich das Kulturamt auf wage Aussagen des Finanzbürgermeisters verlassen. Da alle Immobilienangelegenheiten in dessen Zuständigkeit fallen, muss sich der Kulturbürgermeister die Frage gefallen lassen, ob er für seine Versprechungen klare Zusagen von Vorjohann hatte.
Für Filius-Jehne ist das ganze „ein Trauerspiel. „Vor diesem Hintergrund war es ein Fehler, dem Antrag auf Verlängerung der Bespielung des Kulturpalastes nicht zuzustimmen.“
Dass die Verwaltung jetzt offensichtlich noch nicht einmal einen Plan B vorweisen kann, ist nach Ansicht der GRÜNEN-Fraktion „ein weiteres Indiz für die schwache Rolle der Kultur im Dresdner Rathaus,“ so Filius-Jehne. „Wir erwarten von Dr. Lunau, umgehend eine Lösung auf den Tisch zulegen. Für die Kultureinrichtungen ist diese ungeklärte Situation unzumutbar.“

Ja zu den Filmnächten am Elbufer – nein zu Exklusivverträgen für PAN-Film bis 2025

06 Christiane Filius-Jahne 014Grüne streben Kompromiss zwischen Stadt- und Betreiberinteressen an

In dem Streit über die Verlängerung der Verträge mit dem Betreiber der Dresdner Filmnächte, der PAN GmbH, wartet die GRÜNE Stadtratsfraktion mit einem Kompromissvorschlag auf. „Bei allem Verständnis für die Situation des Betreibers, der angesichts der notwendigen Investitionen um Planungssicherheit bemüht ist, kann die Stadt jetzt nicht holterdiepolter die Verträge bis 2025 verlängern,“ so die Fraktionsvorsitzende Christiane Filius-Jehne. „Auch die Interessen der Stadt müssen in solchen privatwirtschaftlichen Vereinbarungen gewahrt bleiben.“

Die GRÜNEN geben deshalb zu überlegen, ob eine verbindliche Verlängerungsoption explizit für die Veranstaltung der Filmnächte um fünf Jahre eine Kompromissformel wäre. „Damit wäre der Fortbestand dieses kulturellen Ereignisses für Dresden sicher gestellt,“ so Filius-Jehne.

Keinesfalls akzeptabel sei hingegen, dass mit dem Mietvertrag für die Filmnächte ein Exklusivrecht für dieses herausragende Gelände für alle anderen Veranstaltungsformen verbunden ist. „Die Stadt muss die Gelegenheit haben, für Konzerte und sonstige Events andere Ideen und Möglichkeiten zu prüfen. Da die gegenwärtigen Verträge noch bis 2015 laufen, können wir dieses Thema in aller Ruhe klären.“

Die GRÜNE-Fraktion hofft, dass es im Stadtrat am kommenden Donnerstag keine Mehrheit für einseitige Lobbyinteressen zum Nachteil der Stadt geben wird und Kompromissmöglichkeiten ernsthaft geprüft werden.

Kulturpalast Umbau qualifizieren

06 Christiane Filius-Jahne 014Grüne Fraktion stellt Änderungsanträge zur Finanzierung und U-Musik-Tauglichkeit

Die GRÜNE Fraktion zeigt sich mit den Ergebnissen der heutigen Experten-Anhörung zum Kulturpalast-Umbau „insgesamt zufrieden, so die Fraktionsvorsitzende Christiane-Filius Jehne.

Die Anhörung habe gezeigt, dass das Projekt „seriös und durchdacht geplant und insgesamt final entscheidungsreif ist. Deshalb wird die Fraktion der Vorlage in der morgigen Stadtratssitzung auch „prinzipiell zustimmen, allerdings „ist keine Planung so gut, dass sie nicht noch verbessert werden könnte.“ Deshalb haben die GRÜNEN einen Änderungsantrag auf den Weg gebracht, mit dem die Fraktion erreichen will, dass noch einmal die Möglichkeiten der Nutzung des Kulturpalastes verbessert werden sollen. Der von den GRÜNEN benannte Experte Architekt Stefan Jarmer hatte in der Anhörung dargestellt, dass durch leichte Veränderungen in der Planung des Konzertsaals die Besucherkapazität erhöht werden kann, was insbesondere von den Veranstaltern der Unterhaltungskunst immer wieder gefordert wurde. Außerdem soll die Verwaltung prüfen, ob im Kulturpalast nicht die Einrichtung eines Probensaales für die Philharmonie möglich ist. „Ein solcher Probensaal,“ so Filius-Jehne, „könnte die Nutzungstage des Konzertsaals für externe Veranstaltungen erhöhen und damit auch die Multifunktionalität des Kulturpalastes.“ Die Verwaltung soll dem Stadtrat bis zum 30.6.2012 das Ergebnis dieser Prüfungen vorlegen.

Änderungsbedarf haben die GRÜNEN auch bei dem vorgeschlagenen Finanzierungsmodell des Umbaus angemeldet. „Es muss sichergestellt werden,“ so die Fraktionsvorsitzende der GRÜNEN, „dass beide Stiftungen durch das angestrebte Finanzierungsmodell nicht schlechter gestellt werden dürfen als bisher. Deshalb muss das Stiftungsvermögen durch die Stadt, z.B. durch Bürgschaften, abgesichert werden.“

Die GRÜNEN gehen davon aus, dass beide Änderungsanträge im morgigen Stadtrat eine Mehrheit finden werden.

Öffentliche Anhörung zum Kulturpalast

GRÜNE rufen Bürger auf, Fragen einzureichen

Die vom Stadtrat am 15. März beschlossene öffentlicher Anhörung zu den Realisierungsoptionen des Kulturpalastumbaus wird nunmehr am Dienstag, dem 3. April, 2012, 17 Uhr im Kulturrathaus, Königsstraße 15 stattfinden.

Für die Stadtratsfraktion der GRÜNEN ist diese öffentliche Anhörung im Rahmen einer gemeinsamen Sitzung der Ausschüsse für Stadtentwicklung und Bau, Kultur und Finanzen „ein wichtiger Beitrag, Licht in das Dickicht der Unsicherheiten dieses Projektes zu bringen,“ so der Sprecher für Stadtentwicklung Thomas Löser.
„Wir fordern deshalb die Dresdnerinnen und Dresdner zur Teilnahme an dieser Anhörung, bei der von den Fraktionen benannte externe Experten noch einmal die gegenwärtige Situation beleuchten werden, auf.“

Gleichzeitig bieten die GRÜNEN an, dass dort auch die Fragen der Bürgerinnen und Bürger gestellt werden können.
Da aber bei der Anhörung nur Vertreter des Rates frageberechtigt sind, können die Bürgerfragen über die GRÜNE Fraktion in die Veranstaltung eingebracht werden.

Diese können per Email an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! bis zum Montag, dem 2. April, 12 Uhr eingereicht werden.

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