GRÜNE kritisieren Baumfällungen in der Heide – Ökologischer Waldbau muss Vorrang haben vor wirtschaftlichen Interessen

15. Mai 2017
Christiane Filius-Jehne

05_Filius-Jehne_7641Anfang März diesen Jahres führte der Sachsenforst in der Dresdner Heide unter anderem rund um den Konzertplatz auf dem Weißen Hirsch umfangreiche Baumfällungsmaßnahmen durch.

Christiane Filius-Jehne, Fraktionsvorsitzende und Stadträtin für BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in Loschwitz zeigt sich entsetzt über die Ausmaße und die Art und Weise der Fällungen: „Mindestens 40 Bäume sind im Bereich zwischen Kurparkstraße und Mordgrundwasser mit schwerem Gerät gefällt worden, darunter viele gesunde und alte Bäume, außerdem wurden Gehölze und Sträucher entfernt“, hat die Stadträtin beobachtet. „Auch Bürgerinnen und Bürger haben sich bei mir darüber beschwert“, so Filius-Jehne weiter.

Der umweltpolitische Sprecher der GRÜNEN Landtagsfraktion, Wolfram Günther, reichte daraufhin zwei Kleine Anfragen bei der Staatsregierung ein, in denen er unter anderem nach der Entwicklung der Holzeinschlagszahlen in der Dresdner Heide in den letzten 10 Jahren fragte.

In der Antwort fällt auf, dass sich die Menge der jährlichen Holzeinschläge seit 2013 auf einem ungewöhnlich hohen Stand eingepegelt haben. Seit 2013 werden in der Dresdner Heide durchschnittlich jährlich 30 000 Festmeter Holz entnommen.

Filius-Jehne zieht daraus den Schluss: „Ich bezweifle, dass, wie von der Staatsregierung behauptet, alle Fällungen ausschließlich der Verkehrssicherheit und der Naturverjüngung dienen und die Holzqualität und damit Ertragsaussichten, keine Rolle gespielt hat. Dagegen sprechen die Fällungen von großen, offenbar gesunden Bäumen, wie zum Beispiel an der Fischhausstraße zu sehen war. Hier liegt die Vermutung sehr nahe, dass Erlös- und Profitabsichten durchaus eine Rolle spielen.“

„Auch wenn die Staatsregierung in ihrer Antwort schreibt, dass die Fällungen in vollem Umfang den postulierten waldbaulichen Grundsätzen bei der Bewirtschaftung des Freistaates Sachsens entsprachen wie zum Beispiel: „weitgehender Verzicht auf Kahlschläge und zunehmender Anteil der Naturverjüngung, vorbeugender Waldschutz sowie Biotop- und Artenschutz, boden- und bestandschonender Technikeinsatz”, die Bilder vor Ort sprechen eine andere Sprache,“ so Filius-Jehne weiter.

Die Loschwitzer Stadträtin hebt auch die Bedeutung der Waldflächen für den Stadtteil hervor: „Neben der ökologischen Funktion, spielt der Wald mit den großen alten Bäumen auf dem Weißen Hirsch auch eine wichtige Rolle für die Erholung von Anwohnerinnen und Anwohnern und das Ortsbild.“

Wolfgang Deppe, Sprecher für Umwelt der GRÜNEN Stadtratsfraktion dazu: „Es ist verständlich, dass der Staatsbetrieb Sachsenforst als Unternehmen auch nach Wirtschaftlichkeitskriterien arbeitet. Es darf aber nicht sein, dass eine naturnahe und ökologische Bewirtschaftung zunehmend der Profitmaximierung geopfert wird.“

„Wir fordern die Staatsregierung auf, die Erwartungshaltung an die einzelnen Forstbezirke möglichst viel Gewinn zu erzielen, abzusenken. Es wird Zeit, dass die Förster auch in der Dresdner Heide ihre Arbeit wieder stärker auf eine naturnahe, bodenverträgliche und bestandsschonende Bewirtschaftung der Waldflächen ausrichten können!“, so Deppe abschließend.

Anlage: Kleine Anfragen Wolfram Günther

KlAnfr Wolfram Günther GRÜNE Drs 6/9000
Baumfällungen in der Dresdner Heide im Gebiet zwischen Kurparkstr. und Mordgrundwasser (rund um den Konzertplatz)
http://edas.landtag.sachsen.de/viewer.aspx?dok_nr=9000&dok_art=Drs&leg_per=6&pos_dok=0&dok_id=undefined

KlAnfr Wolfram Günther GRÜNE Drs 6/9001
Entwicklung der Baumfällungen in der Dresdner Heide in den letzten 10 Jahren
http://edas.landtag.sachsen.de/viewer.aspx?dok_nr=9001&dok_art=Drs&leg_per=6&pos_dok=0&dok_id=undefined