Kleinkarierter Aktionismus oder „Geste“ an Partnerstadt Hangzhou?

Während in anderen Städten ganz offiziell alljährlich am 10. März die tibetanische Flagge städtische Rathäuser schmückt (z.B. in Jena), hat sich die Rathausführung in Dresden „für den chinesischen Weg entschieden“ und die Fahne durch einen Rathausmitarbeiter entfernen lassen. Sie hatte aus dem Fenster der Fraktionsräume der GRÜNEN-Fraktion geweht.
Kaum hatte die Geschäftsführerin die Geschäftsstelle gegen 16 Uhr verlassen, verschafften sich Mit-arbeiter des Rathauses Zugang zu den Räumen und holten die tibetanische Fahne ein.
„Ein peinlicher Vorgang,“ so Jens Hoffsommer. „Während die OB in der neuen Partnerstadt Dresdens Hangzhou kein Wörtchen über Menschenrechtsverletzungen in China verliert, werden im Dresdner Rathaus chinesische Methoden angewendet. Ganz gleich, ob das kleinkarierter Aktionismus war oder als Geste an die Partnerstadt Hangzhou gemeint war, das Verhalten war instinktlos.“
Selbstverständlich wurde die Fraktion über die Aktion nicht informiert, auch nicht darüber, wer das Abnehmen veranlasst hat.
Mehr als 1000 deutsche Städte und Gemeinden hatten gestern Flaggen zum Jahrestag des Tibetauf-standes als Solidaritätsbekundung gehisst. Die Flagge symbolisiert auch das Eintreten für Menschen-rechte, die nach Angaben von Experten gerade in jüngster Zeit durch die Chinesische Regierung zu-nehmend in Tibet missachtet werden.